Naturfreibad Velbert – Nizzabad

Bauherr:
Stadtwerke Velbert
Ort:
Velbert
Ausführungszeit:
2025 - 2026
Leistungsphasen:
1 - 9
Inbetriebnahme:
Mai 2026
Baukosten:
3 Mio. Euro netto
Planungshonorar:
550.000 Euro netto

Am Ortsrand von Velbert-Langenberg befindet sich das Nizzabad, bestehend aus einem Hallenbad und einem Außenbereich mit Liegewiese und Volleyballfeld. Im Außenbereich befand sich das im Jahr 2010 geschlossene Wellenbad. Das Becken wurde in der Vergangenheit verfüllt, der ehemalige Technikraum blieb jedoch erhalten.

Ziel der Planung war es, das bestehende Freizeitangebot durch ein neues, umweltfreundliches Freibad zu ergänzen und dabei möglichst vorhandene Strukturen einzubeziehen. Gleichzeitig sollte eine weitgehend barrierearme Nutzung ermöglicht werden. Zur Unterstützung wurde ein Experte für Barrierefreiheit in die Planung eingebunden.

Der neue Entwurf orientiert sich an den unterirdisch verbliebenen Bestandsbecken. Entstanden ist ein insgesamt 1.020 m² großes Mehrzweckbecken mit einem Schwimmerbereich mit drei 25-m-Bahnen, einem Nichtschwimmerbereich sowie einer Flachwasserzone für Kleinkinder mit einem 430 m² großen Sandstrand. Die Wasseraufbereitung erfolgt über einen Nassfilter, einen Neptunfilter sowie einen Schnellfilter.

Idyllisch zwischen Waldflächen und dem angrenzenden Deilbach gelegen, befindet sich das Bad in der Nähe eines Überschwemmungsgebietes. Daraus ergeben sich die Dimensionen der Böschungen zur Liegewiese, die gleichzeitig einen möglichst gefällearmen Eingangsbereich ermöglichen. Dieser ist auch für Rollstuhlfahrer*innen befahrbar. Das Gefälle des Beckenumgangs beträgt maximal 3,5 %. Zwei Rollstuhlrampen führen zum Strandbereich. Die Umkleiden sind ebenerdig über das Hallenbad erreichbar. Eine Rutschtreppe ermöglicht Schwimmer*innen, die einen Rollstuhl nutzen, einen selbstständigen Einstieg in das Becken.

Das Freibad ist mit einer neuen Breitwellenrutsche sowie einer Halbröhrenrutsche ausgestattet. Eine Sand-Wasser-Spielecke und der Strandbereich bieten Kindern und Kleinkindern zusätzliche Spielmöglichkeiten. Das bestehende Volleyballfeld wurde erhalten und durch Sitzbänke ergänzt.

Ein besonderes Highlight bildet das neue Holzdeck, das zum Verweilen einlädt. Gleichzeitig beherbergt es die darunterliegende Technik. Mehrere Sonnensegel schaffen zusätzliche schattige Aufenthaltsbereiche.

Der Beckenumgang wurde vollständig neu gepflastert und schafft ein klares, einheitliches Erscheinungsbild. Eine zusätzliche Stellfläche bietet Platz für eine mobile Gastronomie.

Das Holzdeck sowie der Weg entlang des Schwimmerbeckens sind mit Kebony-Holz ausgeführt und sorgen für eine warme, natürliche Atmosphäre. Trittsteine aus Blockstufen im Nassfilter ermöglichen den Zugang zur Rutsche und zum Schwimmerbecken und machen gleichzeitig die Bepflanzung des Filters erlebbar. Die Pflanzgestaltung vereint mehrere Aspekte: Sie unterstreicht die naturnahe Gestaltung, verbessert die Wasserqualität, fördert Insekten und schafft Lebensraum für Kleinstlebewesen.

Gräser und Stauden im Freiraum strukturieren Aufenthaltsbereiche, begleiten Wege und Duschen und verdecken technische Schächte im Bereich der Rutschen. Die verwendeten Gehölze erfüllen teilweise die Kriterien sogenannter Klimabäume und sind sowohl gegenüber Trockenperioden als auch gegenüber gelegentlichen Überschwemmungen widerstandsfähig.

Über ein Regenrückhaltebecken wird Wasser in den Deilbach geleitet. Eine Ausgleichsfläche aufgrund der Böschung und des HQ-Extrem wurde ebenfalls geschaffen. Weitere Ausgleichsmaßnahmen stellen die neue Baumpflanzung sowie eine Blühwiese dar. Diese Maßnahmen fördern die ökologische Aufwertung des Geländes und verbessern die Versickerung von Regenwasser.

Planung: Krieger Architekten und Polyplan-Kreikenbaum Gruppe GmbH

Kennzahlen

Wasserfläche: 1020 m²

Nassfilter: 192 m²

Neptunfilter: 194 m²