Steht für eine textilbasierte Algenkultur in Shrimpanlagen und ist ein Vorhaben aus der Förderinitiative des BMWi „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“, kurz ZIM. In diesem Projekt wurde mit drei Partnern ein innovativer Ansatz zur Integration von Mikroalgen in eine Garnelen-Aquakulturanlage verfolgt: die Immobilisierung spezifischer, für ihre Anhaftungstendenz bekannten Algenarten auf einem Textilträger, der über ein zu entwickelndes Modul in einem Garnelenbecken einsetzbar ist.

Der offizielle Projekttitel lautet: „Entwicklung durchströmbarer textilbasierter Photobioreaktoren zur integrierten Algenproduktion in der Shrimp-Indoor-Aquakultur“ (FKZ: ZF4058903 SK8).

In Indoor-Aquakultursystemen ist von einer hohen Verfügbarkeit der Algen-Nährstoffe Stickstoff und Phosphor auszugehen, die gefördert wird durch die konstante Umströmung der Textilträger und den darauf siedelnden Algen, deren Wachstum dem Wasser diese Nährstoffe entzieht und in wertvolle Biomasse umwandelt. Für die Garnelen stellen einige Algenarten eine lebende, potenziell wertvolle Nahrungsquelle dar, die sie nicht nur mit Protein, sondern auch mit immunstimulierenden Sekundärstoffen versorgen kann. Daher ist von einem positiven Effekt des Konsums dieser Algen auf die Vitalität und den Gesundheitszustand der Garnelen auszugehen und in der wissenschaftlichen Literatur auch belegt.

Positive Wirkungen auf den Stresszustand waren zudem vom Konstrukt des Moduls selbst zu erwarten durch das Angebot an Ruhe- und Rückzugszonen und den Festhaltemöglichkeiten an den Textilträgern. Die Garnelen hielten sich tatsächlich länger und häufiger an den Textilträgern in den Modulen auf und konnten beim Abgrasen des Algenbelages beobachtet werden.

Die Herausforderung bestand darin, sowohl die Anforderungen der Algen, als auch die der Garnelen und gleichzeitig die Beständigkeit des Textilträgers auszubalancieren. Das Modul musste unter den Bedingungen in der Bioflock-Anlage (nahezu 30°C warmes und mit den Bioflocs (Schwebstoffen) angereichertes Salzwasser) einsetzbar sein.  Dieses Ziel wurde erreicht. Ein positiver Effekt der integrierten Algen konnte auf den Nitritgehalt des Wassers beobachtet werden. Die zootechnischen Daten (Wachstums- und Überlebensraten) zeigten in der vierwöchigen Beobachtungszeit zwar keine deutliche und statistisch signifikante Verbesserung, jedoch sind langfristige positive Wirkungen denkbar.

Das Vorhaben wurde durch das BMWi gefördert und mit drei Partnern bis Juni 2021 durchgeführt:

ASA Spezialenzyme GmbH, Wolfenbüttel

GMBU e.V., Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien, Dresden

DITF, Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung, Denkendorf

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